Am 11. November 2025 fand im Forum Pfalzkeller in St. Gallen der 24. Security Talk des Forums Sicherheit Schweiz (FSS) statt mit dem VSSU als Eventpartner. Wir waren bei dieser spannenden Veranstaltung dabei und konnten viele wichtige Erkenntnisse zu diesem hochaktuellen Thema sammeln:
- Hybride Kriegsführung: Eine neue Dimension der Bedrohung
Spätestens seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt sich, dass Kriegsführung heute weit über den bewaffneten Konflikt hinausgeht. Spionage, Sabotage, Desinformation und Cyberattacken sind Teil moderner hybrider Bedrohungen. Meist wird verdeckt operiert, Angriffe sind schwer zuzuordnen, lassen sich seitens Aggressors oft einfach abstreiten und haben dennoch reale Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit.
Mit der zunehmenden Digitalisierung und Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) steigt das Gefahrenpotenzial zusätzlich, denn jedes vernetzte Gerät kann ein potenzielles Einfallstor für Angriffe sein. - Auch die Schweiz ist betroffen
Auch die Schweiz ist davon betroffen. Als hochvernetztes, technologisiertes Land mitten in Europa ist sie auf funktionierende kritische Infrastrukturen besonders angewiesen und zugleich ein potenzielles Ziel hybrider Angriffe. Besonders im Fokus stehen Systeme, die für das tägliche Funktionieren unseres Landes essenziell sind: Energieversorgung, Telekommunikation, Verkehr, Wasser, und Gesundheitswesen.
Seit der Einführung der Meldepflicht im April 2025 wurden laut SRF innert 6 Monate bereits 164 Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen registriert, das entspricht rund einem Angriff pro Tag! - Resilienz als Schlüssel zum Schutz
Kritische Infrastrukturen sehen sich vielen Risiken und Gefahren wie Naturgefahren, technischen Gefahren und Cyberrisiken gegenüber.
Die Schweiz verfügt über eine Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI), die 2023 überarbeitet wurde. Ziel ist der kontinuierliche Aufbau und die Stärkung der Resilienz durch Prävention, Vorsorge, Einsatz, Instandhaltung und eine schnelle Reaktion/Wiederaufbau bei Angriffen und anderen Vorfällen.
Zentral dafür ist das Verbundsystem der Schweiz, das Zusammenspiel von Bund, Kantonen, Gemeinden, Behörden, Bevölkerung und Betreibern der kritischen Infrastrukturen. Diese enge Zusammenarbeit gilt als eine der grossen Stärken unseres Landes.
Ebenso entscheidend ist das Einbeziehen und Schulen von Mitarbeitenden sowie das Bewusstmachen der Risiken und Massnahmen in der Bevölkerung. Wer sensibilisiert ist, kann richtig reagieren.
Der Security Talk zeigte eindrücklich, dass Sicherheit in der Schweiz eine gemeinsame Aufgabe ist von Behörden, Betreibern, Organisationen und der Bevölkerung.
Ein halbtägiges Modul des SICHERHEITS-Kongress 2026, der am 21. Januar in Basel stattfindet, wird ebenfalls dem Schutz kritischer Infrastrukturen gewidmet sein. Der Direktor des VSSU Pascal Cattilaz wird das Modul «Anfällig? So sichern wir System und Prozesse gegen Ausfall» leiten. Besuchen Sie das Modul am SICHERHEITS-Kongress 2026 und erfahren Sie mehr zu dem Thema.
