EDITORIAL
Sehr geehrte Damen und Herren
Werte Mitglieder
Wie schnell das Jahr verflogen ist! Kaum hat es begonnen, stehen wir schon am Beginn der besinnlichen Weihnachtszeit. Diese besondere Zeit lädt uns ein, innezuhalten und auf die vergangenen Monate zurückzublicken.
Kürzlich fanden die herbstlichen Berufsprüfungen statt, ein bedeutender Meilenstein im Jahresverlauf. Für die Kandidaten bedeutete diese Zeit intensive Vorbereitung und persönliche Herausforderung. Am 5. Dezember konnten wir die herausragenden Leistungen der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen an der Diplomfier in Solothurn feiern und würdigen.
Auch der VSSU hat in den letzten Monaten erfreuliche Erfolge erzielt – unsere gezielten Bemühungen, das Spektrum an Mitgliedervorteilen zu erweitern, haben Früchte getragen. Wir freuen uns, unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten zu können, und hoffen, dass diese Vorteile rege genutzt werden. Doch bei all den neuen Vorteilen möchten wir einen anderen, ebenso wichtigen Aspekt nicht aus den Augen verlieren: das Stärken und Erweitern unserer Mitgliederbasis. Mit jedem neuen Mitglied in unserem Verband wächst unser Netzwerk und unsere Stimme gewinnt an Gewicht, wodurch wir in der Lage sind, grösseren Einfluss zu nehmen und positive Veränderungen in unserer Branche zu bewirken.
Eine besondere Entwicklung liegt mir ebenso am Herzen, welche den Ruf und das Ansehen unserer schnell wachsenden und bedeutsamen Branche betrifft. In Teilen der öffentlichen Wahrnehmung ist die private Sicherheitsbranche oft mit Vorurteilen behaftet, die ihrer tatsächlichen Bedeutung und den hohen Anforderungen, denen sie gerecht wird, nicht entspricht. Unsere Branche spielt eine unverzichtbare Rolle in der Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung in der Schweiz. Dennoch wird diese wichtige Arbeit oft nicht ausreichend gewürdigt. Unser Ziel ist es, das Verständnis für unsere Dienstleistungen zu vertiefen, um das Ansehen, die Akzeptanz und das Vertrauen in unsere Branche zu stärken und zu festigen. Unsere Branche tut viel Gutes, nur spricht sie selten darüber. Unter dem Hashtag #WirMachenDieSchweizSicher wird der VSSU zusammen mit seinen Mitgliedern im nächsten Jahr verstärkt darüber berichten, was unsere Branche alles zur Sicherheit in der Schweiz beiträgt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, damit Erfolgsgeschichten aus der privaten Sicherheit den Weg in die breitere Öffentlichkeit finden.
Und noch einen Ausblick möchte ich geben: Die Themen Qualität, Nachhaltigkeit und Ethik sind im VSSU wichtige Themen. Aus diesem Grund hat der Vorstand beschlossen, einen Code of Conduct zu erstellen, welcher von seinen Mitgliedern ratifiziert werden soll. Sie tragen so auch zum besseren, positiveren Image der Branche bei. Gerne werden wir im nächsten Newsletter mehr darüber berichten.
Diese Anliegen werden uns sicherlich noch einige Zeit begleiten, ebenso wie andere wichtige Themen, die Sie in unserem Newsletter finden.
Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre!
Pascal Cattilaz
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Wichtige Updates der Geschäftsstelle VSSU
Es freut uns, wichtige Neuigkeiten mitzuteilen, welche die zukünftige Ausrichtung unseres Verbands prägen werden. Nach intensiver Überarbeitung wurde unser Code of Conduct neu erstellt und an der Vorstandssitzung IV/2024 vom Vorstand verabschiedet.
Unser neuer Verhaltenskodex ist ein klares Bekenntnis zu Professionalität und Integrität. Die unterzeichnenden Mitgliedsfirmen des VSSU verpflichten sich, ihr Handeln konsequent an diesem Code of Conduct auszurichten. Damit setzen sie nicht nur ein Zeichen für verantwortungsvolles und gesetzeskonformes Arbeiten, sondern tragen auch aktiv zur Stärkung des Vertrauens in die Branche und zur positiven Wahrnehmung des VSSU bei. Im Januar 2025 werden die Geschäftsführer der Mitgliedsfirmen den Code of Conduct in einem digitalen Workflow zur Unterschrift erhalten – mit ihrer Unterschrift bestätigen sie nicht nur ihr Einverständnis, sondern setzen auch ein deutliches Zeichen für eine vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit. Auf der Homepage des VSSU wird dann publiziert, welche Firmen den Code of Conduct unterzeichnet haben.
Die Vision, Mission und die strategischen Massnahmen des VSSU werden regelmässig durch den Vorstand sowie die Geschäftsstelle überprüft, um sicherzustellen, dass sie stets den aktuellen Anforderungen und Entwicklungen unserer Branche entsprechen. Diese kontinuierliche Überprüfung ermöglicht es uns, notwendige Anpassungen vorzunehmen, die unsere Zielsetzungen schärfen und den Verband zukunftsorientiert ausrichten. Mit diesen gezielten Weiterentwicklungen möchten wir unsere Position als schweizweit anerkannter Repräsentant der privaten Sicherheitsbranche stärken und unsere Relevanz für Mitglieder, Partner und die Gesellschaft insgesamt erhöhen. Unser Ziel ist es, nicht nur die Interessen unserer Mitglieder bestmöglich zu vertreten, sondern auch eine Vorreiterrolle in der Gestaltung einer modernen und verantwortungsvollen Sicherheitsbranche einzunehmen.
Im Folgenden werden zentrale Aspekte der Überarbeitung der Vision, Mission und der strategischen Massnahmen näher erläutert.
Technologische Trends im Fokus: Der VSSU beobachtet kontinuierlich die wichtigsten technologischen Entwicklungen, die für die private Sicherheitsbranche relevant sind und bewertet deren potenzielle Auswirkungen. Dabei bleibt die Organisation offen für Innovationen und zukünftige Technologien, die die Branche prägen könnten.
Starke Vernetzung: Um den technologischen Fortschritt umfassend zu begleiten, pflegt der VSSU enge Kontakte zu Verbänden wie den Verband Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen (SES) , welcher die Branche der Sicherheitstechnik vertritt.
Internationale Perspektive: Der VSSU steht regelmässig im regen Austausch mit der CoESS und der International Security Ligue,und verfolgt unter anderem aufmerksam die Aktivitäten im Bereich technologischer Innovationen.
Information für Mitglieder: Der VSSU informiert seine Mitglieder regelmässig über den aktuellen Stand technologischer Entwicklungen, deren potenzielle Auswirkungen auf die Branche und mögliche Chancen. Dieser Wissenstransfer unterstützt die Mitglieder dabei, sich frühzeitig auf Veränderungen einzustellen und ihre eigenen Strategien entsprechend auszurichten.
VSSU stärkt das Gesicht der Branche: Image im Fokus
Image der privaten Sicherheitsbranche – nicht nur ein Thema der Aussendarstellung, sondern auch entscheidend für die Wahrnehmung und Wertschätzung unserer Arbeit in der Gesellschaft. Die Sicherheitsbranche erfüllt eine zentrale Rolle, indem sie Schutz, Stabilität und Vertrauen gewährleistet. Dennoch wird ihre Bedeutung oft unterschätzt oder sie wird durch stereotype Vorstellungen geprägt, die den vielfältigen Aufgaben und der Professionalität unserer Branche nicht gerecht werden.
Der VSSU möchte sich aktiv dieser Herausforderung stellen und das Ansehen der privaten Sicherheitsbranche nachhaltig verbessern. Mit gezielten Massnahmen und einer klaren Strategie wird der VSSU daran arbeiten, die Branche ins richtige Licht zu rücken und ihre Relevanz auf allen Ebenen zu verdeutlichen. Der Fokus des VSSU wird auf modernen und authentischen Kommunikationsformaten sowie der Förderung von Awareness – das bewusste Wahrnehmen und Verstehen der Rolle der privaten Sicherheitsbranche.
Gemeinsam für ein neues Bild der Branche – #WirMachenDieSchweizSicher
Weshalb die Anerkennung privater Sicherheitsfirmen überfällig ist
Die Schweiz geniesst international den Ruf, eines der stabilsten und sichersten Länder der Welt zu sein. Dieser Ruf beruht auf einer Kombination von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die eine solide Basis für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung schaffen. Doch neben den staatlichen Institutionen, die traditionell als Hüter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gelten, spielen auch private Sicherheitsfirmen eine wesentliche Rolle in der Aufrechterhaltung dieser Sicherheit.
Das Spektrum an Einsatzmöglichkeiten geht weit über den klassischen Türsteher hinaus und umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten. Der interkantonale Häftlingstransport, Einsätze in Asylunterkünften oder auch Grossanlässe sind einige der Beispiele der Einsatzmöglichkeiten, welche durch private Sicherheitsfachleute abgedeckt werden. Trotz ihres umfassenden Einsatzes wird das Engagement privater Sicherheitsfirmen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt und erhält nicht immer die Anerkennung, die sie verdient. Dabei sind es oft diese Firmen, die durch ihre Präsenz und Professionalität ein Sicherheitsnetz spannen, das weit über den staatlichen Schutz hinausgeht.
Die mangelnde Anerkennung könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass die Arbeit von Sicherheitsfirmen häufig fernab des Scheinwerferlichts geschieht. Erfolg in dieser Branche bedeutet, dass Vorfälle verhindert oder deeskaliert werden, bevor sie grössere Aufmerksamkeit erregen. Prävention und Diskretion stehen im Vordergrund – so werden erfolgreiche Einsätze selten wahrgenommen. Vielleicht liegt es auch an den veralteten Stereotypen, die noch immer in den Köpfen vieler Menschen existieren, obwohl das «verstaubte» Image dem modernen und vielseitigen Charakter der Branche längst nicht mehr gerecht wird. Komplexe Aufträge wie Absicherung kritischer Infrastrukturen, Risikobewertungen sowie Elemente der Robotik sind schon längst integraler Bestandteil des täglichen Geschäfts.
Private Sicherheitsfirmen sind längst nicht mehr nur einfache Wach- und Schutzdienste, sondern hochspezialisierte Dienstleister, die eine Schlüsselrolle bei der Sicherheit und Stabilität moderner Gesellschaften spielen. Die moderne Sicherheitsbranche zeichnet sich durch eine vielseitige Kombination aus analytischen Fähigkeiten, technischem Know-how und ausgeprägter kommunikativer Stärke aus, die mindestens ebenso wichtig sind wie die physische Präsenz.
Es ist also an der Zeit, den bedeutenden Beitrag privater Sicherheitsfirmen zur Stabilität und Sicherheit der Schweiz anzuerkennen und zu würdigen. #WirMachenDieSchweizSicher
Veranstaltung
Diplomfeier VSSU
05. Dezember 2024
Solothurn
Am 5. Dezember 2023 versammelten sich zahlreiche Absolventinnen und Absolventen im Konzerthaus Solothurn, um an der jährlichen Diplomfeier teilzunehmen. Prüfungsfunktionäre, Mitglieder des VSSU-Vorstands, die Prüfungskommission und weitere Ehrengäste waren zahlreich vertreten, um den Absolventen und Absolventinnen zu ihrem erfolgreichen Abschluss zu gratulieren. Die Stadtpräsidentin von Solothurn, Stefanie Ingold, nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. In ihrer herzlichen Ansprache hob sie die Bedeutung des Events hervor und lobte die Beteiligten ausdrücklich für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Ein besonderer Höhepunkt der Feier war die Verleihung des Manuel-Spreng-Awards durch die Security Ligue, mit dem herausragende Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfungen ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung wurde an Frau Renana Michel (Bewachung) überreicht, die mit ihren ausgezeichneten Prüfungsergebnissen brillierte. Seit 2019 wird jedes Jahr der Absolvent oder die Absolventin mit der herausragendsten Leistung in den Berufsprüfungen “Anlässe” und “Zentralendienste” dem Vorstand zur Nominierung für den VSSU-Award vorgeschlagen. Im Jahr 2024 wurde der VSSU-Award an Frau Céline Chevalier (Zentralendienste) verliehen, um ihre herausragenden Leistungen und ihr Engagement zu würdigen.
Am Abend wurde den Gästen ein Apéro riche serviert, das keine Wünsche offenliess. In entspannter Atmosphäre hatten die Anwesenden die Gelegenheit, kulinarische Köstlichkeiten zu geniessen, miteinander ins Gespräch zu kommen und ihr Netzwerk zu erweitern.
Interview
Die ersten 100 Tage als neuer Leiter Prüfungswesen
VSSU: Ab dem 1. Januar 2025 wirst du die Leitung des Prüfungswesens übernehmen. Würdest du dich kurz vorstellen und uns etwas über deinen beruflichen Werdegang erzählen?
Fabio: Sehr gerne. Mein beruflicher Werdegang liegt im Dienstleistungssektor, insbesondere in der operativen Leitung einer Sprachschule. In den letzten Jahren habe ich umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung und Optimierung von Prüfungsabläufen gesammelt, um sowohl Effizienz als auch Qualität sicherzustellen. Darüber hinaus habe ich als Milizoffizier im Sicherheitsbereich wertvolle operative Erfahrungen gesammelt, insbesondere in den Bereichen Bewachung und Objektschutz – unter anderem beim Schutz von Botschaften und dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Diese unterschiedlichen Perspektiven helfen mir, die Anforderungen der Fachverantwortlichen und Experten ebenso wie die Bedürfnisse der Kandidaten und Mitgliedsunternehmen gut zu verstehen.
VSSU: Was hat dich dazu motiviert, diese Position beim VSSU anzunehmen?
Fabio: Ganz klar, die Verbindung meiner Erfahrungen aus der Sicherheitsdienstleistung, Organisation und dem Prüfungswesen. Dazu kommt, dass ich meine Sprachkenntnisse in Deutsch, Französisch und etwas Italienisch nutzen möchte, um den Dialog zu fördern. Die eidgenössischen Berufsprüfungen gemeinsam mit einem engagierten Team auf höchstem Niveau durchzuführen und die Standards weiterzuentwickeln, ist eine spannende Aufgabe und erfüllt mich mit Stolz.
Eine kleine Anekdote dazu: Als meine beiden Kinder, 5 und 10 Jahre alt, mich fragten, wo ich jetzt arbeite, versuchte ich ihnen zu erklären, was meine neue Position bedeutet. Sie schauten mich mit grossen Augen an und fragten: „Bildest du jetzt Superspione aus?“ Ich musste lachen und ihnen schliesslich sagen: „Nein, nur prüfen!“ Das konnte ich zwischenzeitlich richtigstellen, aber es ist immer wieder faszinierend, wie Kinder die Welt sehen.
VSSU: Jetzt bist du seit etwa 100 Tagen an Bord – welche überraschenden Erkenntnisse und Erfahrungen hast du seit deinem Start gesammelt?
Fabio: Wo sind die 100 Tage nur geblieben? Die Zeit ist regelrecht im Flug vergangen! Mein Ziel war es, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen, um ein wirklich umfassendes Bild zu bekommen – und meine Erwartungen wurden dabei mehr als übertroffen. Rückblickend hatte ich die Gelegenheit, die gesamte Prüfungsorganisation und viele der Beteiligten intensiv kennenzulernen.
Ein paar Eindrücke aus dieser intensiven Startphase: Schon beim herzlichen Empfang in der Geschäftsstelle in Bern habe ich mich direkt wohlgefühlt. In den ersten beiden Wochen konnte ich die Teamrollen, Aufgaben und Abläufe intensiv kennenlernen. Dann ging es direkt weiter: drei spannende Wochen bei den Bewachungsprüfungen und gleich danach die Zentralendienstprüfungen. Diese strukturiert geplante Startzeit hat mir wertvolle Einblicke gegeben.
Während dieser Phase habe ich mich tief mit den Strukturen und Anforderungen des Prüfungswesens auseinandergesetzt und die engagierte, präzise Arbeit von Käthi Binggeli hautnah erlebt. Ihre sorgfältige Planung garantiert einen reibungslosen Prüfungsablauf und hat mir den Einstieg unglaublich erleichtert. Was mich besonders motiviert, ist das grosse Engagement der Fachverantwortlichen und Experten. Ihre professionelle Haltung und die positive Teamdynamik schaffen eine Atmosphäre, die man auch in den Prüfungen spürt.
Ein entscheidendes Highlight war für mich die enge Zusammenarbeit mit Michael Belvedere. Mit seiner langjährigen Leitung und tiefen Fachkenntnis hat er die Qualität und Struktur des Prüfungswesens massgeblich geprägt. Michael hat mich nicht nur mit seinem Know-how unterstützt, sondern mir auch eine stabile Basis für meine zukünftige Rolle geschaffen – ein idealer Start, der mir Orientierung und Sicherheit für die kommenden Aufgaben gibt.
VSSU: Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben, und wie planst du die Vorgaben des Prüfungswesens im Alltag umzusetzen?
Fabio: Die Prüfungskommission gibt die strategischen Leitlinien und Qualitätsstandards vor und definiert die Rahmenbedingungen für das Prüfungswesen. Meine Aufgabe als operativer Leiter ist es, diese Vorgaben im täglichen Ablauf umzusetzen, so dass unsere Prüfungen professionell und effizient ablaufen. Das bedeutet auch, unsere Ressourcen optimal zu nutzen und die Qualitätsstandards in der Praxis gemeinsam zu leben.
Um das zu erreichen, setze ich auf einen kooperativen und partizipativen Führungsstil. Die Erfahrung und das Fachwissen der Fachverantwortlichen und Experten sind unverzichtbar für die Umsetzung der Standards. Daher lege ich grossen Wert darauf, alle Beteiligten aktiv einzubeziehen und den Dialog zu fördern, damit wir gemeinsam die hohen Ansprüche der Prüfungskommission umsetzen können. Je nach Situation arbeite ich unterschiedlich: In manchen Bereichen sind klare Strukturen und Kontrollen entscheidend, um die Qualität zu sichern. In anderen Situationen trete ich eher beratend auf, um Eigenverantwortung und Engagement im Team zu stärken. So stellen wir gemeinsam sicher, dass wir die Erwartungen der Prüfungskommission erfüllen und ein professionelles Prüfungswesen weiterführen, das für alle Beteiligten klar und verlässlich ist.
VSSU: Was sind deine persönlichen Ziele in dieser neuen Rolle?
Fabio: Mein Ziel ist es, das Prüfungswesen des VSSU auf hohem Niveau zu halten und kontinuierlich weiterzuentwickeln, im Einklang mit den strategischen Vorgaben des Vorstands und der Prüfungskommission. Die eidgenössischen Berufsprüfungen für Sicherheitsfachleute sind in der Schweizer Bildungslandschaft einzigartig und bieten den Kandidaten eine hervorragende Möglichkeit, sich auf Tertiärstufe weiter zu qualifizieren. Der Fachausweis als Sicherheitsfachmann/-frau entspricht der Stufe 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) und ist damit vergleichbar mit einem Bachelor-Abschluss. Er öffnet Türen für berufliche Entwicklung, wie spezifische Weiterbildungen oder Führungspositionen im Sicherheitsbereich. Es ist mir ein Anliegen, dass alle Unternehmen im Sicherheitsbereich und Sicherheitsagenten von dieser wertvollen Ausbildung Kenntnis haben und ihre Vorteile erkennen!
VSSU: Welche Bedeutung haben die Berufsprüfungen für die Sicherheitsbranche?
Fabio: Sie bieten nicht nur den Kandidaten die Möglichkeit, ihre Fachkenntnisse offiziell bestätigen zu lassen, sondern stärken auch das Vertrauen der Kunden in die Qualität der angebotenen Sicherheitsdienstleistungen. Qualitativ hochwertige Prüfungen und entsprechende Zertifikate sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für die Mitgliedsunternehmen, da sie sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden den hohen Anforderungen der Branche gerecht werden. Die Fachverantwortlichen und Prüfungsexperten tragen dabei eine grosse Verantwortung, da sie die Qualität der Prüfungen massgeblich beeinflussen und sicherstellen, dass die Sicherheitsfachleute bestens auf ihre Aufgaben vorbereitet sind.
VSSU: Wie planst du, die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsunternehmen und weiteren Beteiligten zu gestalten?
Fabio: Der offene Dialog mit allen Akteuren ist mir besonders wichtig – sei es mit den Mitgliedsunternehmen, den Fachverantwortlichen, der Prüfungskommission oder dem Vorstand. Regelmässige Rückmeldungen und der Austausch von Ideen und Erfahrungen ermöglichen es uns, das Prüfungswesen kontinuierlich zu verbessern und an die sich wandelnden Anforderungen der Branche anzupassen. Für die Mitgliedsunternehmen ist es entscheidend, dass ihre Mitarbeitenden optimal auf die Prüfungen vorbereitet sind. Hier sehe ich das Prüfungswesen als einen wichtigen Partner, der sowohl durch transparente Prozesse als auch durch praxisorientierte Prüfungen den Erfolg der Kandidaten unterstützt.
VSSU: Abschliessend, wie siehst du die Zukunft des Prüfungswesens beim VSSU und welche Entwicklungen erwartest du?
Fabio: Langfristig sehe ich grosses Potenzial darin, den Prüfungsprozess durch digitale Prüfmethoden effizienter und flexibler zu gestalten. Wie genau solche Methoden aussehen und wie sie den Prüfungsprozess konkret verbessern können, wird sich durch eine kontinuierliche Überprüfung und Weiterentwicklung unserer Angebote zeigen. Dabei bleibt es ein zentrales Ziel, die hohen Standards zu bewahren und gleichzeitig das Prüfungswesen an die sich wandelnden Anforderungen der Sicherheitsbranche anzupassen.
Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit im Prüfungsteam und bedanke mich besonders bei Käthi Binggeli und Michael Belvedere für ihre engagierte Unterstützung und das solide Fundament, das sie in dieser Übergangsphase geschaffen haben. Ihre Arbeit hat massgeblich dazu beigetragen, dass wir gemeinsam eine starke Basis für die zukünftige Weiterentwicklung des Prüfungswesens haben.
Veranstaltung
18. FSS Security Talk
26. August 2024, Bern
Generative KI: Leistungsstarkes Produktionswerkzeug – oder fundamentales Sicherheitsrisiko?
Generative künstliche Intelligenz ist heutzutage fast überall anzutreffen, sei es in Form von Nachrichtenartikeln, Beiträgen in den Social-Media-Feeds oder sogar in der Musik, die wir hören. Ihr Einsatz ist verlockend: die Vorteile und die Effizienzsteigerungen, die durch generative KI erreicht werden können, sind nachgewiesen.
Beim 18. FSS Security Talk wurden die aktuellen Entwicklungen von Fachleuten aus verschiedenen Branchen praxisnah analysiert und eingestuft. Die wachsende Bedeutung und die potenziellen Auswirkungen von KI auf verschiedene Aspekte des menschlichen Lebens, einschliesslich Bildung und Arbeit, Gesundheit, Propaganda und moderne Kriegsführung, wirft Fragen zu den langfristigen Konsequenzen der technologischen Entwicklung auf. Es geht nicht nur um ethische Fragen, sondern auch um die grundlegende Definition des Menschseins.
Die Redner des Security Talk hoben hervor, dass das Vertrauen in Technologien wie KI auf Sicherheit, Verlässlichkeit, ethischen Normen und klaren Vorschriften und Normen beruht. Um öffentliches Vertrauen zu erlangen, müssen Technologieunternehmen nicht nur hochwertige Produkte herstellen, sondern auch verantwortungsbewusst und transparent handeln.
Einige Beispiele aus der Polizeiarbeit zeigen beispielsweise die Notwendigkeit einer effizienten Dokumentation von Vorfällen. Der heutige Prozess, bei dem Informationen aufgenommen, verschickt, ausgedruckt und dann in Systeme übertragen werden, wird als mühsam beschrieben. Dieser Prozess sollte automatisiert werden, um schneller und genauer arbeiten zu können. Ein solches durch generative KI automatisiertes System würde es ermöglichen, Vorfälle zu erfassen, ein Protokoll zu erstellen und die wichtigsten Informationen effizient zu übermitteln.
Ein weiteres Beispiel ist die Erstellung von Trainingsszenarien: Derzeit ist die Erstellung von Trainingsmaterial mit aufwändigen manuellen Tätigkeiten verbunden. Generative KI kann helfen, den zeitaufwändigen Prozess der Erstellung von Trainingsmaterialien zu automatisieren und zu verbessern. Die Effizienz und Qualität solcher Programme werden dadurch gesteigert. Dazu gehört das Erstellen und Sammeln von Dokumenten wie Nachrichtenartikeln, Social-Media-Einträgen und Tweets. Diese Inhalte werden benötigt, um realistische Szenarien zu erstellen, die dann in Schulungen verwendet werden können.
Die anschliessende Podiumsdiskussion bot die Möglichkeit, das Thema zu vertiefen und die Relevanz der traditionellen Ausbildung und Arbeit angesichts der Fortschritte in der KI zu diskutieren. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Referenten zu richten. Am Ende der Diskussion wurde auf die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung bzw. von Richtlinien zur Überwachung der Entwicklung und Anwendung von KI hingewiesen.
Julija Sicova
Redaktion
Blanka Genini
Digital Design und Layout
Elena Ruch
Redaktion, Korrektur
Weiss traduction genoss.
Übersetzung