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VSSU Campus
Welcher Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gilt eigentlich?

Es kommt vor, dass in der gleichen Branche diverse GAV existieren. Sofort stellt sich dabei die Frage, welcher dieser GAV legt definitiv die Mindestvoraussetzungen des Arbeitsverhältnisses fest? Oder anders ausgedrückt: Welcher GAV nimmt der Richter zur Hand um die Mindestanforderungen zu kennen? In der Sicherheitsbranche ist diese Frage einfach zu beantworten:

Der GAV für den Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen des VSSU und der UNiA ist der einzige, welcher vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt wurde. Damit steht der GAV des VSSU auf Gesetzesstufe für den betreffenden Geltungsbereich. Der Bundesrat erklärt nur dann einen GAV für allgemeinverbindlich, wenn die nötigen Voraussetzungen gemäss dem „Bundesgesetz über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen“ (Quoren) erfüllt sind.

Andere Verbände im Bereich Sicherheit können einen eigenen GAV mit einer Gewerkschaft abschliessen. Doch dabei ist zu beachten, dass sämtliche Vorgaben/Bedingungen des allgemeinverbindlichen GAV VSSU/UNiA eingehalten sind. Selbstverständlich darf man den Mitarbeitenden weitergehende Leistungen anbieten. Die einzige gesetzliche Kontrollorganisation ist die Pako Sicherheit, welche ausschliesslich den allgemein verbindlichen GAV VSSU/UNiA angewendet und als Grundlage für ihre Kontrolle nimmt.

Somit ist geklärt, dass die Anwendung anderer GAV in unserer Branche möglich ist aber mit Risiken behaftet ist, da unter Umständen nicht alle Vorgaben/Bedingungen mindestens gleichwertig sind. Ein „Verrechnen“ im Sinne von etwas mehr Ferien dafür etwas weniger Lohn ist rechtlich nicht möglich und wird von den Arbeitsgerichten nicht geschützt.